Vier Jahre Dauerzocken-24

Vier Jahre Dauerzocken-24

Vier Jahre Dauerzocken-24.

Das ist schon eine etwas längere Zeit – auf jeden Fall im schnelllebigen Computerbereich. Wer es jetzt so auf Anhieb nicht glaubt: Vor vier Jahren (also Mitte 2000) wurden gerade von AMD und Intel die ersten Prozessoren mit einem (!) Gigahertz herausgebracht (oder zumindest angekündigt!), die Voodoo 3 von 3Dfx und die TNT2 von Nvidia waren die meistverkauften Grafikkarten und Ati hatte sich frisch mit der Rage128 völlig im 3D-Bereich blamiert. Die meistgespielten Spiele waren neben Counter-Strike (damals noch im mittleren Betabereich, Beta 6.5 war angesagt...) UT, Quake3 und der Klassiker Starcraft.

Und im Jahr 2000 war es auch, das so langsam der Wechsel von 10 Mbit im Netzwerk auf 100 Mbit erfolgte. Was hat das nun mit „Zocken rund um de Ruhr“ zu tun? Nun, Mitte 2000 startete eine Party unter dem Motto „Die schnellere Netzwerkparty“ – was nicht nur für das Netzwerk sondern auch für den Ablauf der Party an sich gelten sollte.


Doch der Reihe nach – wo kommt Dauerzocken-24 eigentlich her, was passierte und wo geht es hin?

1998 haben sich in Fröndenberg, Unna und Holzwickede immer öfter ein paar (ehemalige Schul-)Freunde getroffen, um miteinander mit ihren PC’s zu spielen. Sei es im Partykeller von Hoeni’s Eltern, in Dangermanys Junggesellenapartment, im Keller seines Elternhauses, bei King im vierten Stock auf überischtlichen 2,5 Quadratmetern oder bei Spirit und seinem Bruderherz in deren Zimmern...
Immer waren die PCs dabei und immer verkabelten wir diese mit BNC-Kabeln (und gerne defekten Terminatoren). Bis dann endlich mal alles lief, dauerte es mitunter bis spät nachts nach Mitternacht, wir alle hatten noch wenig Ahnung von Netzwerken, nicht viel mehr Ahnung von Spielen – dafür aber viel Spaß an der Maschine und an den Bierkästen.
Vor allem letzteres sollte dann auch für die kommenden Jahre prägend werden...

Nachdem wir also 1998 reichlich mit Quake 1 und 2, Starcraft-Gemetzeln und Command and Conquerschlachten verbracht hatten und auch schon mal 10 Leute per BNC aneinandergehangen hatten (man beachte: Wenn einer gehen musste stand das Netzwerk für alle dann still – Zeit für ein leckeres Pils...) begannen wir Anfang 1999 ein wenig mit Twisted Pair zu experimentieren – der erste Hub im Freundeskreis (10 Mbit noch... na klar) tauchte auf und erstmals konnten wir die Rechner mittendrin ab- und aufbauen. Die Datenmengen waren damals eigentlich noch recht klein doch 1999 tauchte erstmals ein Film im Internet auf: Star Wars Phantom Menace. Mit einem für damalige Verhältnisse gigantischen 1,3 GB Download verbunden, sollte dieser Film uns einen kleinen Vorgeschmack auf das geben, was fünf Jahre später tagtäglich im Netz passiert in Bezug auf Filme, Musik etc.

1999 begann auch der eine oder andere von uns auf größere Lanpartys zu fahren – zunächst stand die „BNC-Lan“ in Unna-Hemmerde an, die später nach Unna umzog und wo Hoeni dann im Kreise von 100 anderen daddeln konnte. Auch noch mit 10 Mbit aber auch mit dem bekannten Bierdurst...
100 Gäste hört sich heute nach nichts mehr an – Mitte 99 war das noch im Kreise der 30-50 größten LANpartys in Deutschland. Aber weiter ging’s – um endlich mal ein Gefühl für die Möglichkeiten für Parties zu bekommen ging es zur GaGa, der Gamers Gathering.
Gut anderthalbtausend Leute wollen dort LANparty machen. Wollten. Mangels Strom und dem Verbot indizierter Spiele war das dann aber ein totales Trauerspiel und führte zu einer tiefen Abneigung einiger bei uns zum Thema „große LANpartys“, die bis heute anhält.

Jedenfalls reifte bei uns der Plan Ende 1999, „so was“ doch auch mal zu machen. Zumal die BNC Party in Unna eher unregelmäßig stattfand – wir sahen einen Bedarf für eine regelmäßige Party.
Als Testballon (und um das Equipment günstiger zu bekommen) starteten wir dann im Frühjahr 2000 die SPD-Netzwerkparty in Fröndenberg. Und die schlug ein wie eine Bombe – mit teilweise hunderten Anmeldungen für 35 Plätze waren diese Sessions eine Supersache. Wir testeten dort Equipment und unsere Kenntnisse immer weiter aus und hatten viel Erfolg damit.
Das Resultat: Im Sommer wollten wir dann unsere eigene Party starten, unter eigenem Namen, der noch zu finden war und mit größtenteils eigenem Equipment – ganz zu schweigen davon, das wir eine Halle brauchten.

Der Juni 2000 war dann das Geburtsdatum für „DZ24“ – King hatte den Einfall mit dem Namen und schraubte an der Webseite herum, Hoeni entwarf das Logo für die Party und machte Werbung, Dangermany kaufte unseren ersten Switch und suchte nach Räumen – und Chaos wirbelte überall herum und suchte nach Serverwissen...

Nachdem wir dank Dangermanys Fürsprechen dann den Raum im Haus des Handwerks chartern konnten (unsere nächstbeste Adresse wäre die Dorfhalle im ländlichen Ostbüren bei Fröndenberg gewesen!), wo wir heute noch die Party steigen lassen, war fast alles zur Party bereit. Jeder von den Gründern des Vereins spendete eine reichlich hohe Summe zum Kauf von Hubs und Switches und wir waren bereit. Einladungen wurden gedruckt (!) und in Unna, Fröndenberg und Menden verteilt und dann war es soweit:
Die erste Party, die Dauerzocken-24 Beta 1 startete am 7. Oktober 2000 in Unna. Statt der erhofften 60 Gäste waren zwar nur etwas über 30 da – dennoch machte uns die Party einen Heidenspaß. Viele Namen, die heute im Verein tätig sind, waren Gäste der ersten Stunde: etwa Gorol und Almigott...
Da das eigentlich ganz gut lief, und die Gäste sich von unseren handaufgebügelten weißen (!) T-Shirts nicht haben abschrecken lassen, haben wir direkt die zweite Party hinterher geschoben – im November war es dann schon soweit, nach sechs Wochen ging die Beta 2 (auch als Ver. 2.0 bekannt )an den Start. Und leider waren nur 29 Gäste da – nicht genug, um die Kosten zu decken. Die Party war zwar gut, aber in einer Krisensitzung danach waren wir uns nicht sicher, ob wir weitermachen können.
Gut – eine Party wollten wir mindestens noch machen. Gesagt, getan – die Beta 3 ging dann im Januar 2001 dick beworben an den Start und wurde zum vollen Erfolg – fast bis auf den letzten Platz gefüllt wurde sie zu einem Bombenerfolg. Bei der Beta 3 wurde uns aber eins klar – Geld verdienen lässt sich mit Partys nicht. Und davon leben würden wir auch nie können. Also sahen wir künftig die DZ24-Party als einen auf 24 Stunden konzentrierten Funevent an, der vor allem unseren Gästen und uns Spaß machen soll, der ohne Leerlauf und ohne die Probleme größerer Parties stattfinden soll - und mehr auch nicht.
Zudem wollten wir nicht eine von diesen Partyeintagsfliegen sein, die ein oder zwei Partys machen und dann wieder verschwinden – wir wollten nachhaltig sein, und eine feste Anlaufadresse im Raum Unna werden, wenn es um LANpartys geht. Auch an der Größe wollten wir nicht viel schrauben, zumindest nicht, wenn dies Extra-Arbeit für uns bedeutet hätte.


Die ersten neuen Mitglieder haben wir dann nach der dritten Party aufgenommen – und im Laufe der Jahre haben insgesamt 22 Mitglieder unseren Verein verstärkt. Natürlich sind nicht mehr alle dabei, berufliche und private Gründe lassen leider nicht mehr allen die Gelegenheit, aktiv am Vereinsleben und den Partys teil zu nehmen.
So sind inzwischen die folgenden Mitglieder nicht mehr dabei:
Chaos, King, Pinhead, Eltigro, Bugkiller, Biggi, Saege, Todesstürmer. Dennoch taucht der ein oder andere von Ihnen immer noch bei uns auf den Parties auf – und ab und zu kommt auch jemand in den Schoß des Vereins zurück. :)

Danach ging es stetig mit den Anmeldezahlen bergauf – bis wir bei 85 Plätzen angelangt waren, die im Jahr 2002 auch schon mal durch einen Fehler beim Einlass auf runde 90 aufgestockt wurden. Ende 2001 fand dann noch eine letzte Party für sie SPD mit Jugendlichen statt – runde 120 Gäste spielten 24 Stunden in Holzwickede mit ihren Rechnern und wir schwitzten Blut und Wasser, das das überlastete Stromnetz auch durchhielt. Am Ende dieser Party war uns klar, das wir uns bevorzugt auf die eigene Party konzentrieren wollten – denn die DZ24 war dank eigenem Equipment und bekannter Lokalität viel besser durchzuführen. Zudem brauchten wir uns nicht um eine fremde Organisation zu kümmern, die ständig in den Ablauf der Party eingreifen wollte – kurzum: Wir haben seitdem das Thema LAN für Jugendliche an den Nagel gehangen.

Weitere Highlights waren im Jahr 2002 noch die Aktion „Wir blasen Euch einen“, wo die Gäste ihre Rechner mit einem Kompressor reinigen konnten und der „Overclocker-Workshop“, wo interessierten Gästen der Lüfter als ihr Freund an und für sich näher gebracht wurde. Auch eine Heirat im Orgateam (die erste in Deutschland) sorgte für eine gewisse Bekanntheit von DZ24 in ganz Deutschland. Und dann war da noch diese Keks-Lan, über die wir lieber den Mantel des Schweigens decken wollen...

Im Jahr 2003 fanden bei uns ein paar Änderungen statt – unter anderem wurde unsere erste Webseite, die wir seit 2000 hatten, endgültig durch eine neue ersetzt, die wir nun auch sei diesem Jahr während der Party als Intranet nutzen können. Auch die Turnieranmeldung und die Forennutzung auf der LAN waren nun kein Problem mehr – obwohl unser beliebtestes „Forum“ immer noch die berüchtigte Biertheke am Eingang ist, bei entsprechendem Wetter auch der Grill vor der Tür.
Apropos Grill: Dauerzocken-24 wäre wohl nicht die gleiche Party wenn wir nicht einen solchen Aufwand rund um die Versorgung unserer Gäste treiben würden. Hier haben wir 2003 eine dicke Schüppe mit Sonderaktionen wie „Geiz ist geil: Bier für nen Euro“ oder den bekannten „Hamdogs“ aufgelegt, die mittlerweile bei uns zum Standard geworden sind.
Alle unsere Partys waren 2003 ausverkauft – während rund um Unna herum viele Partys mit zunehmenden Gästeschwund kämpften, hatten wir eher Schwierigkeiten immer genug Platz zu haben.

2004 startete ganz kräftig – die Beta 19 war in Rekordzeit im Vorfeld ausgebucht und ausverkauft. Das neue Intranet und die Turnierverwaltung halfen uns ganz enorm, während der Party die Spiele schneller durchziehen zu können und den Aspekt der Party neben der LAN weiter gut durchzuziehen. Doch auch an uns ging der Niedergang von Counter-Strike nicht ganz spurlos vorbei: Die Beta 20, unsere Jubiläumsparty war die erste Party seit 2002 die nicht voll wurde. Nun – wir schauen dem Winter und der Beta 21 aber positiv entgegen – denn bei der Beta 20 waren viele neue Gäste zu sehen, denen es wohl recht gut gefallen hat. Und um das noch kurz zu erwähnen: Wir wurden das vierte mal nun in Folge „trockengesoffen“. Un-glaub-lich!

Und wo geht es hin?

Auch im Jahre 4 von Dauerzocken-24 gibt es derzeit keine Pläne, die Teilnehmerzahlen nach oben zu erweitern. Wir denken, das uns ein gutes Stück gemütliches Flair verloren gehen würde, wenn wir den Raum mit mehr Plätzen bestücken würden oder gar einen anderen, größeren Raum belegen würden. Im Laufe der Zeit wird wohl das Netzwerk auf Gigabit umgestellt – so es die Finanzen erlauben. Als Verein sind wir nicht gewinnorientiert – so können wir die Preise für Euch weiterhin niedrig halten. Auch wenn es inzwischen Parties gibt, die bei gleicher Größe weniger Umkostenbeiträge nehmen – wir wollen hier lieber Qualität liefern und uns nicht am Preiskampf beteiligen.
Auch künftig wollen wir uns bevorzugt nicht fest an irgendwelche Sponsoren binden – so können wir weiter unabhängig bleiben und euch eine Party der gemütlichen Sorte liefern.

Und zum Thema Schnelllebigkeit:
Inzwischen ist Nvidia bei der Geforce 6800 angelangt, 3Dfx gibt es nicht mehr und ATi heizt mit ihren Radeons dem Markt kräftig ein. Die ersten aus dem Verein überspringen gerade die 4000+ Marke bei den Prozessoren und wir haben inzwischen RAM im Rechner, wie 1998 noch unsere Festplattengröße war. Wahn-Sinn.

Und so sehen wir den nächsten Jahren positiv entgegen: Solange es uns Spaß macht, die Party zu schmeißen, solange es Euch Spaß macht, mit uns diese Party zu feiern und solange es keine gesetzlichen Regeln oder sonstige Umstände gibt, die uns unsere Party in dieser Form künftig unmöglich machen, solange wird es noch vier Mal im Jahr in Unna heißen:
„Hallo Mitzocker, die nächste Dauerzocken-24 Party steht an, und ihr seid herzlich eingeladen!“

Man fraggt sich...

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